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Wettkampf der Familienkisten
Mittwoch, 17. Juli 2002 04:00 - Von Norbert
Gisder
Chrysler Voyager und Renault Espace haben vor 15 Jahren das
Segment der Maxi-Vans begründet. Der so genannten Full-Size-Kategorie mit bis zu
neun Sitzplätzen folgten die Kompakt-Vans der 4,50 Meter-Kategorie. 700 000
wurden 1999 in Deutschland verkauft. 1,5 Millionen werden es 2002 sein. Immer
mehr Hersteller konkurrieren in dieser Nische.
Kia hat mit dem neuen Carens einen sportlichen Kompakt-Van
vorgestellt, der weit mehr ist als ein Facelift des Fünfsitzers. Innen wie außen
wurde der Carens umfassend modernisiert. Außerdem haben die Koreaner ihm einen
neuen 2,0-Liter Diesel mit Common-Rail-Technologie verpasst.
Vor allem am Fahrwerk und an der sehr steifen Rohkarosserie
haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet. Mit dem Carens hat Kia erstmals
einen kleinen Familien-Van bei den Händlern, der so recht für die Schlagloch-
und Buckelpisten zwischen Elbe und Oder taugt. Die Federung ist sehr straff,
dennoch so komfortabel, dass der kleine Lastesel mit großer Leichtigkeit
schafft, was selbst teurere Limousinen so kaum bewältigen: Der Carens der
neuen Generation «bügelt» kistentiefe Löcher der Lehm-, Schotter- und
Wellenpflasterpisten des Berliner Umlandes einfach glatt. Wie lange die Technik
hält und das Abenteuer gut geht, konnten die ersten Tests dieser Tage natürlich
noch nicht erweisen. Dass der kompakte Van seine Aufgabe sportlich nimmt und die
Arbeit gut tut, vor allem dann, wenn er ordentlich beladen wird, zeigte der
Carens vom Fleck weg.
Dabei macht sich das Auto nun auch für Langstreckenfahrer
interessant: Der neue 2,0-Liter-Common-Rail Diesel ergänzt die bisherige Palette
der Otto-Motoren mit 1,6 und 1,8 Liter. 113 PS (83 kW) bei 4000 Umdrehungen pro
Minute, vor allem aber das sehr ordentliche Drehmoment von 245 Nm schon bei
niedrigtourigen 2000 Umdrehungen pro Minute machen den Carens zu einem Van, den
man als durchzugsstark bezeichnen darf: 14,0 Sekunden von 0 auf 100, 171 km/h
Höchstgeschwindigkeit auch unter Last, das klingt gut. Dass das Auto mit der
sehr einfachen Automatik nicht unter 10 Liter im Drittelmix verbraucht, ist
allerdings unzeitgemäß und viel zu viel, selbst wenn man honoriert, dass der
Wagen mit Schaltgetriebe unter günstigsten Umständen auf Überland-Tour nur knapp
5 Liter benötigt.
Nachdem sich der Marktanteil in diesem Segment in den
vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt hat, wird die Konkurrenz also mit
Korea rechnen müssen. Bei 4,49 Metern Länge, 1,75 Meter Breite und 1,61 Meter
Höhe ist das stadttaugliche Langstreckenauto vor allem für Opel Zafira, Renault
Scénic und Citroën Picasso ein kampfstarker Wettbewerber.
Konkurrenzfähig ist auch der Preis: Ab 16 440 Euro
kann man die LX-Version, ab 17 590 Euro die EX-Ausstattungslinie bestellen.
Das zeitgemäße Exterieur mit Kanten und klaren Konturen findet im Innenleben
seine Fortsetzung.
Fahrer- und Beifahrer-Airbag, Seitenairbags, gutes ABS,
vier sehr gut zupackende Scheibenbremsen, größere Reifen (205er auf
15-Zoll-Felgen), elektrische Fensterheber rundum, Klimaanlage und mehr sind
serienmäßig. Einpacken kann man 422 Liter, wenn 5 Erwachsene Platz nehmen, bis
zu 1632 Liter sind es auf der nun flachen Ladefläche hinter den beiden
Vordersitzen.