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Pfiffige Löwen
Mittwoch, 5. März 2003 04:00 - Von Norbert
Gisder
Mit dem bisherigen Golf hat der Volkswagen-Konzern einen so
erfolgreichen Bestseller auf die Räder gestellt, dass allein der Marktanteil
natürlich schon Begehrlichkeiten bei den Konkurrenten geweckt hat. Folge: Immer
mehr Hersteller schickten Alternativen zum Kompakt-Star aus Wolfsburg in die
Schlacht um die Gunst der Kunden. Mit dem Peugeot 307 SW ist nun ein neuer Trend
sichtbar - die Löwenmarke aus Frankreich rollt mit ihrer überaus attraktiven
Mischung aus Kombi und Van einen starken Wettbewerber schon gegen den neuen Golf
auf den Platz: Ja, der 307 SW ist mehr noch selbst als der neue Hochdach-Golf,
der Touran, ein großzügig verglaster und sehr attraktiver Lifestyle-Laster. Das
Auto mit bis zu sieben Sitzplätzen, die ähnlich variabel angeordnet sind wie in
einem herkömmlichen Van, hat so viele pfiffige Ideen schon im Basispreis von
unter 19 000 Euro, dass es den Strategen in der Wolfsburg die Tränen in die
Augen treiben dürfte. Zudem ist er mit Motoren ausgerüstet, die keine Konkurrenz
scheuen müssen - leise, sparsam, haltbar, im Diesel-Bereich durch das
Rußpartikel-Filtersystem sogar wegweisend.
Es beginnt schon mit dem Ende einer Dienstfahrt: Motor aus
- und ein leises Summen signalisiert, dass zwei Elektromotoren noch aktiv sind.
Sie fahren die beiden Außenspiegel an, die damit von Vandalen kaum noch
beschädigt werden können. Es geht weiter über die Spezialglasflächen des Daches
mit 1,33 Quadratmetern Lichtdurchlass, die für eine bemerkenswert luftige
Atmosphäre sorgen. Und reicht bis zu einer so hohen Karosseriesteifigkeit, dass
man in diesem Segment tatsächlich von einer neuen Erfahrung des Lebens im
rollenden Glashaus sprechen kann. Wem all das und damit der SW als SUV im
Stadtautoformat zu progressiv ist, dem bieten die Franzosen einen
konventionellen Break mit fünf Plätzen an. Der klassische Kombi des 307 sieht
ebenso gut aus, ist aber nicht so sehr auf Pep gestylt. Vorteil: Der Basispreis
liegt bei 16 800 Euro.
Beiden Golf-Gegnern aus Frankreich dient die verlängerte
Plattform der Limousine des 307 als Basis. Ein Radstand des 4,42-Meter-Mini-SUV
von 2,71 Meter (plus zehn Zentimeter) bedeutet neben dem größeren Überhang am
Heck auch mehr Komfort. Den hat man beim Beladen des bis zu 1875 Liter hinter
den vorderen Sitzen umfassenden Kofferraums, den spürt man auch bei der
Leichtigkeit, in der zweiten Reihe die drei Einzelsitze je nach Bedarf insgesamt
oder einzeln in Längsrichtung zu verschieben, zusammenzuklappen oder auszubauen.
Schon die Basis-Ausstattungsliste mit sechs Airbags, ESP und jeder Menge
weiterer elektrischer Helfer sorgt für eine große Leichtigkeit des Fahrens.
Solider ist dagegen der Break: Als Fünfsitzer mit einer
gewöhnlichen Rückbank und Ladeboden beträgt das Kofferraum-Volumen zwischen 480
und 1260 Liter.
Unser Test-SW war mit dem kleinsten, dem 1,6 Liter-Motor
mit 80 kW/109 PS befeuert, der eine in der Stadt schon so erfreuliche und in
allen Situationen ausreichende Durchzugskraft hat, dass man den 2,0 Liter-Motor
mit 100 kW/136 PS nur den Weit- und Handelsreisenden empfehlen muss. Die sollten
dann aber eh einen der beiden HDI-Diesel in Erwägung ziehen, die aus zwei Litern
Hubraum je nach Auslegung 66 kW/90 PS oder 79 kW/107 PS schöpfen - und über das
FAP-Rußpartikelfilter-System verfügen.
